Wie
viel Medizin und welche Medizin brauchen der Mensch und die
Gesellschaft? Ist alles gut, was angepriesen wird? Wem nützen die immer
moderneren medizinischen Maßnahmen? Dem kranken Menschen, den Ärzten,
den Versicherungen, den Instituten oder der Gesellschaft als Ganzes? Wie
denken und fühlen die Menschen im System, die die zahllosen Versuche
einer Optimierung der Medizin und die imperativen Wünsche einer immer
maßloseren Gesellschaft über sich ergehen lassen müssen?
Fragen,
auf die es keine einfachen Antworten gibt. Aber Fragen, die wir
kritisch und breit in der Gesellschaft diskutieren müssen, um nicht
irgendwann den Kern der Medizin, ihre Seele, aufs Spiel setzen zu
müssen. Es braucht den Versuch einer Analyse der komplexen Strukturen
des deutschen Gesundheitswesens aus der Sorge heraus um die Zukunft der
Institution, die über Glück und Unglück, Zufriedenheit und Frustration
der Menschen, aber auch über die wirtschaftlichen Perspektiven des
Landes mit entscheidet.